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09.06.2010
Auslandserfahrung der Nationalspieler und richtige Teammischung versprechen Erfolg
Nur noch wenige Stunden bis zum Anpfiff der WM 2010 in Südafrika. Erfolgreiche Nationalmannschaften werden wahrscheinlich auf Kicker zählen, die lange für ausländische Clubs gespielt haben sowie Teamkollegen an ihrer Seite wissen, die eine ähnliche Karriere vorweisen. Das hat eine Studie der Forschungsstelle für Internationales Management (FIM-HSG) der Universität St.Gallen (HSG) ergeben.
Die Studie hat die Zusammensetzung aller Nationalteams und deren Abschneiden an der Fussball-Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Deutschland untersucht. Sie wurde anhand der detaillierten Karriereprofile der 736 Spieler und der Ergebnisse der 64 Spiele durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt:
1. Es wirkt sich positiv auf die Resultate eines Fussball-Nationalteams aus, wenn in seinen Reihen möglichst viele Spieler stehen, die möglichst lange bei ausländischen Vereinen gespielt haben. Solche Fussballer sind eine wertvolle und leistungssteigernde Ressource einer Nationalmannschaft. Dabei wirkt eine Mischung von Spielern aus einer begrenzten Anzahl unterschiedlicher Ligen förderlich.
2. Um aber maximales Kapital aus der internationalen Erfahrung der Spieler zu schlagen, sollten die Trainer nicht Kicker aus zu vielen verschiedenen Ligen aufstellen. Erst recht nicht, wenn diese über wenig Auslandserfahrung verfügen. Nationalmannschaften, die eine zu grosse Vielfalt von kurzen Auslandserfahrungen ihrer Spieler vereinen, leiden unter übermässigem Aufwand für die sportliche Integration und sind durchschnittlich weniger erfolgreich.
Schweiz besitzt gute Voraussetzungen
Gemessen an der Studie der FIM-HSG sollte zum Beispiel das Schweizer Nationalteam durchaus gut für die bevorstehende Weltmeisterschaft gerüstet sein. Viele Spieler in der voraussichtlichen Startformation der Schweizer besitzen langjährige Erfahrung in ausländischen Clubs aus nicht zu vielen verschiedenen Ländern (Frankreich, Italien, Deutschland und England). Zumindest in dieser Hinsicht sind die Voraussetzungen zum Beispiel für die deutsche Nationalmannschaft weniger gut.
Hinter der Studie unter dem Titel «International Experiental Diversity and Performance at Project Organizations: The Case of National Football Teams» stehen Prof. Dr. Winfried Ruigrok, Dr. Peder Greve und Martin Engeler von der FIM-HSG. Sie wurde im Mai von der Sport- und Managementabteilung der European Academy of Management mit dem «Best Paper Award» ausgezeichnet.
Prof. Dr. Winfried Ruigrok
Forschungsstelle für Internationales Management (FIM-HSG),
Universität St. Gallen, Dufourstrasse 40a, CH-9000 St. Gallen
Tel.: +41 (0)71 224 24 48,